Ausrüstung: Was du brauchst und was nicht
Dein Handy reicht. Was fehlt, kostet unter 200 Euro — und es ist nicht die Kamera.
6 Minuten Lesezeit
Die Ausrüstungsfrage ist beliebt, weil sie sich nach Fortschritt anfühlt. Etwas kaufen ist einfacher als etwas drehen. Deshalb vorweg:
Kein Auftrag ist je an der Kamera gescheitert. Sehr viele sind am Ton gescheitert.
Was du schon hast
Jedes Smartphone der letzten fünf Jahre nimmt in einer Qualität auf, die für UGC mehr als ausreicht. Marken wollen ausdrücklich keine Kinooptik — sie wollen etwas, das aussieht wie von einem echten Menschen.
Zwei Einstellungen solltest du trotzdem prüfen:
- Auflösung auf 4K oder mindestens 1080p, 30 Bilder pro Sekunde.
- Die Hauptkamera benutzen, nicht die Frontkamera. Sie ist deutlich besser — auch wenn du dich dann nicht siehst.
Was wirklich fehlt
| Was | Ungefähr | Warum |
|---|---|---|
| Ansteckmikrofon | 25–60 € | Der größte Sprung überhaupt. Handy-Mikrofone nehmen den ganzen Raum auf, ein Ansteckmikrofon nur dich. |
| Stativ mit Handyhalterung | 20–40 € | Freihand wackelt immer. Und du brauchst beide Hände fürs Produkt. |
| Ringlicht oder Softbox | 30–80 € | Nur wenn du abends drehen musst. Tagsüber ist ein Fenster besser als jede Lampe. |
Zusammen unter 200 Euro. Das ist die vollständige Liste für die ersten Monate.
Was du dir sparen kannst
- Eine Kamera. Eine Systemkamera für 1.500 Euro macht deine Videos nicht besser, sondern oft schlechter — weil sie zu professionell aussehen.
- Ein Greenscreen. Deine echte Wohnung ist glaubwürdiger als jeder eingesetzte Hintergrund.
- Ein Gimbal. Für Produktvideos aus der Hand brauchst du keine Kamerafahrten.
- Teure Schnittsoftware. Am Anfang reicht, was auf dem Handy ist. Wenn du besseren Schnitt brauchst, kannst du ihn einkaufen — das ist billiger als monatelang eine Software zu lernen.
In welcher Reihenfolge du aufrüstest
Erst wenn Aufträge kommen, und in dieser Reihenfolge:
- Zweites Mikrofon als Ersatz — Ausfall mitten im Dreh ist der teuerste Moment überhaupt.
- Besseres Licht, sobald du regelmäßig abends drehst.
- Ein zweites Stativ für eine zweite Perspektive. Zwei Blickwinkel machen den Schnitt deutlich lebendiger.
- Größerer Speicher oder eine externe Festplatte. Rohmaterial summiert sich schneller als gedacht.
Der Ort ist wichtiger als die Technik
Such dir eine Ecke in deiner Wohnung, an der du immer drehst: neben einem Fenster, mit einer ruhigen Wand im Hintergrund. Wenn dieser Platz einmal steht, brauchst du vor jedem Dreh keine zwanzig Minuten mehr für den Aufbau.
Das spart auf ein Jahr gerechnet mehr Zeit als jede Anschaffung.
Was du mitnehmen solltest
- Handy reicht. Hauptkamera benutzen, 1080p oder besser.
- Ein Ansteckmikrofon ist die wichtigste Anschaffung — vor allem anderen.
- Unter 200 Euro bist du vollständig ausgestattet.
- Ein fester Drehplatz spart mehr als jedes Gerät.
Wie du mit dem, was du hast, brauchbares Licht und sauberen Ton hinbekommst, steht im nächsten Artikel.